Geschichte

40 Jahre Hundesport in Gersdorf

Eine stolze Zeit, eine Zeit die einfach Verpflichtet!
Mit keinen so wirklich richtigen Tiefen während der vielen Jahre.
Ob Vorstandswechsel, ob Wendezeit, im Gersdorfer Hundeverein war und ist immer ein ansprechender, manchmal auch schon etwas rauer, aber umgänglicher und freundlicher Umgangston. Kein Neid, Hass oder ähnliches, woran gerade in der heutigen Zeit viele Vereine kränkeln. Doch wie ging es eigentlich los: 
 
Am 1.Juli 1969 gründeten Hundesportfreunde den Hundeverein Gersdorf. Sie kamen zum größten Teil aus den Vereinen Lugau und Oelsnitz. Gründungsmitglieder waren: Hasso Friedrich, Eva Friedrich, Siegfried Falke, Wolfgang Beil, Egon Aischmann, Gottfried Kötteritz, Fred Scholz, Dietmar Windisch und Hans Rabe. Zu ihnen kamen die Jugendlichen Petra Kötteritz, Birgit Falke und Lutz Aischmann. Als Vereinsvorsitzender wurde Siegfried Falke gewählt, der dies Amt bis 1975 inne hatte. 
 
Noch 1969 bauten die Freunde des Hundesports auf den Gelände der ehemaligen Schettler Ziegelei einen Holzbau, ihre erste Unterkunft, auf. Mit sehr viel Enthusiasmus und viel viel Mühe bugsierten sie die Unterkunft, gezogen von einen Traktor, im Ganzen auf der Straße vom Hirschgrund in Oberlungwitz auf ihren neuen Übungsplatz in Gersdorf. Noch heute kann man als Anbau diese Holzhütte auf den Vereinsgelände bewundern. was für eine Leistung. Zuvor leisteten die Mitglieder und ihre Angehörigen viele ehrenamtliche Stunden um diesen zum Teil urwaldähnlich aussehenden Platz durchzogen von einem kleinen Bach ansehnlich zu gestalten. Was nicht alles gemacht werden musste Drainage gelegt, eingefriedet wurde dieser Platz mit fingerstarken kleinen Birken, Wegbau und vieles, vieles mehr. Es gab nichts, aber irgendwie wurde rangeschafft und weitergemacht und auch noch gelacht dabei. Wieviel können wir alle eigentlich von damals noch lernen!
 
Am 8.März 1970 war es dann soweit, die erste größere Veranstaltung auf den Hundeplatz in Gersdorf. Eine Nachzuchtbeurteilung für Deutsche Schäferhunde mit einer Teilnehmerzahl von 30 Hunden war ein großer Erfolg. Frau Annemarie März war als Nachzuchtbeurteilerin für diese Veranstaltungverantwortlich. Zum Mittag gab es, von den Vereinsfrauen selbst zubereitet Rouladen und grüne Klöße. Für damals etwas, wo viele später noch davon sprachen. 
 
Im April 1970 wurde gleich noch eine Schutzhundeprüfung durchgeführt und alle teilnehmenden Hundefreunde bestanden ihre erste Prüfung in Gersdorf mit Erfolg. 
Die Hundefreunde von Gersdorf nahmen von da an regelmäßig an Bestenermittlungen, Kreismeisterschaften, Bezirksmeisterschaften und Pokalkämpfen teil und erzielten gute Ergebnisse. 
Im Wettbewerb nahm Gersdorf im ehemaligen Bezirk Karl-Marx-Stadt unter 50 Hundevereinen immer Plätze zwischen 1 und 5 ein. Ausgezeichnete Leistungen belegten Gersdorfer Hundesportler bei abgelegten Prüfungen mit einer bestandenen Quote von 92 bis 96%.
 
Viele Sportler präsentierten schon damals ihre Vierbeiner auf Ausstellungen. Herausragend dabei war natürlich der DDR-Siegertitel 1972 in der Schönheit der Deutschen Schäferhündin „Ulla von Marongstein“ von Sportfreund Gottfried Kötteritz.
Spricht man über die vergangene Zeit, wird unser damaliger Vorsitzender Herr Siegfried Falke noch oft an die drei W´s bestimmt nicht immer nur gut denken. Diese drei W`s haben den damaligen Vorstand manche wohl schlaflose Nacht im wahrsten Sinne des Wortes beschert. 
Ja, was heißt eigentlich drei W´s:
Wolfgang Beil
Wolfgang Käppler
Wolfgang Gehre
 
Jeder für sich, auf seinen Gebiet im Hundesport nicht wegzudenken. Aber wenn sie geballt auftraten gab es schon manchmal so seine kleinen und auch größeren Problemchen. 
Unser Übungsgelände wurde von Jahr zu Jahr immer schöner hergerichtet. Ständig wurde es sauber gehalten, begrünt und die Vereinsbaude mit Farbe frisch gestrichen. Die Gerätschaften durch unsere Vereinsmitglieder gewartet und alles in Eigenleistung neu aufbereitet. 
Kurz vor der Wendezeit ein ganz historisches Datum für unseren Verein. Wasser und Strom wurden von den damaligen Mitgliedern in Eigenregie verlegt und angeschlossen. Wir waren damals so glücklich und natürlich auch ganz sehr stolz auf unsere Leistung. 
 
Ab den Jahr 1975 bis 1988 wurde der Hundeverein von Gersdorf mit grossen Erfolg von Hasso Friedrich geführt. Unter seiner Regie sind wir im damaligen Bezirk Karl-Marx-Stadt in der Sektion Dienst- und Gebrauchshundewesen ein recht beachteter Hundesportverein geworden und erhielten zweimal den Auftrag, die Jugendmeisterschaft in unseren Bezirk durchzuführen. 
 
Ab 1988 und über die nicht einfache Wendezeit bis heute, also 21 lange Jahre obliegt nun mir die Geschicke des Vereins als Vorsitzender zu leiten. 
Ich sollte an dieser Stelle meinen Vorstandsmitgliedern, die sich über die Jahre änderten, die aber immer das Wohl dieses Vereins im Auge gehabt haben, meinen persönlichen Dank sagen. Ich denke hier vor allen an Günter Harbers, Katrin Schreiber, Thomas Erba und Bernd Gumprecht. 
 
Nach 1989 wurde der Hundeverein Gersdorf ein eingetragener Verein und identifizierte sich mit dieser Region indem der Zusatz „Am Sachsenring“ e.V. hinzugefügt wurde. 
Auf Initiative von mir, mit der Absegnung aller, hatten wir Anfang der 90ziger Jahre den Einfall, eine ordentliche Toilette musste her, und warum nicht gleich noch ein massives Vereinsheim dazu. 
Beim Ziegelabklopfen, beim Aufbau es gab wirklich viele Probleme, harte Meinungsverschiedenheiten, böse Worte, richtigen Streit und dann wieder ein Team was hinter dieser Sache stand, alle haben ihr Schärflein beigetragen. 
Und wir haben es geschafft! Schaut, was für ein feines Heim wir damals, mit keinen großen Mitteln, aber viel Enthusiasmus, errichtet haben.
 
Bis heute wurden in Gersdorf während meiner Zeit als Vorsitzender ein Landesvergleichskampf SV-SGSV, jedes Jahr eine Körung Deutsche Schäferhunde, 11 Zuchtschauen, FCI-Qualifikation, Landesgruppenfährtenmeisterschaft, Landesjugendmeisterschaften u.a. durchgeführt. Unvergessen, für die, die dabei waren, zwei phantastische, bisher noch nie wieder erreichte, Jugendlager über ein verlängertes Wochenende. All dies ist aber nicht mit einer Handvoll Sportfreunden möglich. Sondern hier haben alle, ja alle irgendwie mit ihrer Begeisterung, ihren Elan diese Veranstaltungen abgesichert. Ich möchte und will hier niemand persönlich herausheben aber was da teilweise von uns allen als Team geleistet wurde und wird, selbst Nichtvereinsmitglieder mit eingebunden, ist so bewunderungswürdig. 
Zu all den wahrlich vielen großen Veranstaltungen, und dies jedes Jahr auf`s Neue, den ständigen Übungsbetrieb Woche für Woche gehört natürlich auch eine gut funktionierende Küche dazu, nicht immer einfach zu besetzen, aber Dank euch Frauen und Männer, die ihr doch immer wieder bereit seit, in eurer Freizeit diese wirklich nicht einfache Aufgabe zu übernehmen. 
Um als Hundesportverein nach der Wende überhaupt eine Überlebenschance zu haben, mussten wir uns öffnen. Wir boten Schutzhundesport, Hobbysport, Agility, Spaßveranstaltungen und Kurse für Nichtmitglieder zur Erlernung von Grundkenntnissen mit ihren Vierbeinern an. Hierzu war es notwendig, den ehemals rassespezifischen Verein zu öffnen und noch einen allgemeinen Hundeverein anzugliedern, wo jeder mit seinen großen oder auch kleinen Hund gern gesehen ist. Jedes Jahr führen wir, nun schon zur schönen Tradition geworden, unser Kegeln, schnellster Hund, Wandertag und natürlich zum Jahresausklang die Weihnachtsfeier durch. Auch die immer zum Jahresanfang obligatorische Jahreshauptversammlung ist bei uns fester Bestandteil, wo noch einmal das alte Jahr Revue passiert und über das Neue nachgedacht wird. 
Unser Verein hat nach der Wende an etlichen Schauvorführungen, an Absicherungsaufgaben mit unseren Hunden präsent teilgenommen. Ein Höhepunkt jedes Jahr ist natürlich immer wieder die Teilnahme am Pyramidenfest in der Gemeinde Gersdorf. Zwei liebevoll weihnachtlich ausgeschmückte Stände durch unsere Vereinsmitglieder zeigen hier auch eine gewisse Verbundenheit zu unseren Ort Gersdorf. 
 
Keineswegs sollte an dieser Stelle ein Dankeswort an die Gemeindeverwaltung Gersdorf in meinen Bericht vergessen werden. Hier möchte ich ganz besonders die beiden Nachwendebürgermeister Herrn Löffler und Herrn Streubel nennen. Eigentlich immer ein offenes Ohr für unsere Belange –und wir sind ja nur einer von vielen. Herr Streubel, für fasst alles einen gängigen Weg findend, manchmal muss auch richtig geschimpft werden, aber letztlich immer wieder fair und immer zum Wohle des Vereins – nochmals vielen, vielen Dank! 
 
Zur ständig weiteren Verschönerung unserer Vereinsanlage waren in unregelmäßigen Jahresabständen ABM-Kräfte und Ein-Euro Jobber auf unserem Gelände tätig. Zusammen mit den jährlichen Arbeitseinsätzen glaube ich, haben wir ein Kleinod in unserer Gemeinde geschaffen. 
Ein Höhepunkt in einen Hundeverein ist natürlich nach einer gewissen Zeit das Ablegen einer Prüfung. Jedes Jahr werden 2 – 3 mit Erfolg durchgeführt. Noch immer wird in Gersdorf unser ganz alter, von anno dazumal, aber immer in Ehren gehaltener Schutzhundwanderpokal vergeben. Für mich, etwas ganz besonderes, ein Juwel unseres Vereins. Hinzu kam später auch noch etwas Feines, ein Fährtenwanderpokal.
 
Aus unserer kleinen Gruppe nahmen vor der Wendezeit etliche Sportfreunde an Bezirksmeisterschaften teil. Hier sind Namen wie Hasso Friedrich, Ursel Kretschmar, Hans Weismann, Dieter Stachowski, Wolfgang Gehre, Jürgen Schreiber genannt. Andrea Gehre nahm an 5 gesamtdeutschen Jugend- und Juniorenmeisterschaften in der SchH 1 mit 3 selbstausgebildeten Hunden teil. Dabei wurde sie sogar einmal Deutscher Vizemeister in der SchH 1. Auf Landesebene war unser Sportfreund Thomas Hinke zur Bestenermittlung SchH 1 2008 und SchH 2 2009 für unseren Verein erfolgreich. Im Bereich Ausstellung wurden durch Hundefreunde unserer Gruppe viele Bewertungen im Vorzüglich oder sehr gut abgelegt. Vergessen sollte man hier nicht den Namen Wolfgang Beil, der viele DDR-Spitzenplätze, mit seinen Hunden, erzielte. 
 
All diese Erfolge und auch kleine Begebenheiten in unseren Vereinsleben wurden unregelmäßig in der Tagespresse gegebenenfalls mit Foto zu Papier gebracht. Schön ist es, wenn man auch die Bürger des Ortes oder der Umgebung über Neues oder eben die Aktivitäten eines Vereins informiert. Vergessen darf ich an dieser Stelle nicht den immer wieder neu und schön ausgestalteten Schaukasten in unserer Gemeinde durch Familie Gumprecht. Durch Gespräche im Ort weiß ich, das dieser gern in Augenschein genommen wird. 
 
Doch wie heißt ein altes Sprichwort, wo viel Licht ist, gibt es leider auch Schatten. 
 
Bis zum Jahr 1990 wurde im Hundeheim dreimal eingebrochen!!! Dann kam das für unseren Verein schon schlimme Jahr 2008. 14.9.08 durch das Toilettenfenster ins Heim eingebrochen. Schaden um die 300,00 Eur. 3.10.08 gegen 18 Uhr 45 Notruf bei der Feuerwehr auf den Hundeplatz brennt es. Unser schönes Blockhaus, der Aufenthaltsort während der kalten Tage, und unsere Pergola sind ein Raub der Flammen geworden. Die Polizei stellte Brandstiftung fest. Trotz unendlicher Wut, Trauer und Entsetzen führten wir zwar verspätet unsere für den 4.10. angesetzte Vereinsprüfung durch. Am 1.11.08 ein erneuter Einbruch. Nach einer Krisenberatung wurde beschlossen, beide Toilettenfenster (die Einstiegspunkte) werden zu Dreiviertel zugemauert, sowie ein fester, massiver Anbau muss her. Phantastisch vom 3.11. bis 15.11. wurde der Rohbau erstellt. Am 15.11. wurde Richtfest mit einer Rede von Monika Mädler begangen. Doch es kam für uns noch schlimmer. Zur Jahreswende 2008/09 faulte ein Lichtmast unserer ca. 300m langen Lichtleitung weg, und legte sich quer über den Weg des Bauern. Durch die anhaltend schlechten Witterungsverhältnisse mussten wir viele Wochen ohne Strom auskommen und was noch schwerwiegender war, noch mehr für uns nicht überschaubare Kosten kamen auf uns zu. Bei einer Begutachtung des Schadens durch die Gemeinde Gersdorf, den Elektrofachbetrieb und mich stellte sich heraus, um Ordnung und Sicherheit in die ganze Sache zu bringen, musste ein neuer Anschluss, sanierte Zuleitung und ordentliche Leitungen im Heim gemacht werden. Finanziell und selbst mit den vielen Eigenleistungen, den Brand ebenfalls noch im Hinterkopf, war der Verein vollkommen überfordert. Zumal keiner so richtig einschätzen konnte, was kommt da eigentlich auf uns zu. Wir wussten nur, es wird nicht wenig sein. Ich muss aber sagen, mit Hilfe wiederrum der Gemeinde Gersdorf und hier speziell den Bürgermeister Herrn Streubel, hoffe ich, das unsere Schulden sich bis zum nächsten Jahr in einen überschaubaren Rahmen belaufen. Nicht unerwähnt sollte in diesen Zusammenhang sein, das unser ehemaliges Vereinsmitglied Frau Petra Meier spontan 100,00 Euro für unseren Verein zur Verfügung stellte. Der Elektro-Fachbetrieb Opel unterstützte uns mit einer Spende von 150,00 Euro.  Unseren zwei Rentnern Herrn Gerhard Mädler und Herrn Eberhard Gehre, die sich jeder auf ihre Weise übergebührend an diesen schon vielen Unglücken positiv mit einsetzten, sei ebenfalls nochmals der Dank von uns allen gesagt.
 
Ich glaube, ich habe Freud und Leid dieses Vereins, der im 40zigsten Jahr lebt, kurz angerissen. Ich bin eigentlich auch froh, das ich diesen Verein über die vielen Jahre leiten durfte und habe und werde auch weiterhin für diesen Verein auch außerhalb kämpfen solange wir alle so wunderbar zusammenhalten. Es wird immer und das ist auch ein Stück Vereinsleben, kleine Reiberein geben, aber ihr seht alle, in unserer näheren und weiteren Umgebung was überall für Neid, Streit und Hass ist, was überall kaputtgeht da sollte man schon der Sache wegen, lieber einmal einen Schritt zurückgehen, als unnötig zweie nach vorn zu stürmen. 
 
Über einen letzten Punkt, sei mir erlaubt, zu diesen Anlass noch nachzudenken. Manchmal, wenn ich ganz allein auf unseren schönen Gelände bin, denke ich, hoffentlich wird das, was wir oder unsere Vorgänger mühevoll aufgebaut haben, von unseren Nachfolgern auch in unseren Sinne würdig weitergeführt. Das ist eigentlich mein Apell an unserem leider viel zu wenigen Nachwuchs. 
 
Wolfgang Gehre, Hundesportverein "Am Sachsenring e.V." Gersdorf